Sausenheimer Wellpappe setzt jetzt auf ein eigenes Blockheizkraftwerk

Stolz auf die Verbesserungen: Detlev Wessel an einer neuen Maschine, die einseitige Wellpappe herstellt. Bild: Scheffler

Blockheizkraftwerk bei Sausenheimer Wellpappe

Darüber kann sich Detlev Wessel richtig freuen: „Mit unserem neuen Blockheizkraftwerk werden wir deutlich weniger Energie verbrauchen. Wir tun was für die Umwelt – und sparen letztlich auch noch Geld.“

Prokurist Wessel gehört zur Geschäftsleitung der Wellpappenfabrik in Grünstadt, mitten in den Weinbergen der Pfalz. In der Branche ist der Betrieb unter dem Markennamen bekannt: Sausenheimer Wellpappe.

Herzstück der Produktion und damit auch der größte Energieverbraucher ist die Wellpappenanlage (WPA): Eine riesige Anlage, die Wellpappe herstellt. Daraus werden vor allem Transportverpackungen gefertigt, für verschiedene Kundenbranchen: Automobil-, Pharma- oder Möbel-Industrie sind ebenso darunter wie Winzer aus der Region. Auch für sogenannte Gefahrgutverpackungen ist Sausenheimer Wellpappe bekannt.

Qualitätskontrolle: Maschinenführer Ekrem Rama (links) und Anlagenführer Jan Bickel prüfen die Verklebung der noch warmen Wellpappebögen. Bild: Scheffler

Etwa 60 Millionen Quadratmeter Wellpappe werden hier pro Jahr hergestellt. Zu Beginn des ganzes Prozesses werden die Papierbahnen durch etwa 180 Grad heißen Dampf erwärmt, angefeuchtet und dann verleimt. Damit die charakteristischen Wellen bei der Weiterverarbeitung stabil bleiben, muss das Papier danach schnell trocknen. „Und für diese Prozesse braucht man extrem viel Energie“, erklärt Wessel.

Schon seit Jahren suchte man deshalb nach einer moderneren Lösung. Photovoltaikanlagen wären für die Dachflächen des Unternehmens zu schwer, andere Möglichkeiten überzeugten auch nicht. Der Betrieb fand aber Unterstützung durch die Energieagentur Speyer: Zehn Pfälzer Unternehmen mit Energiekosten von jeweils mehr als 150.000 Euro jährlich haben sich da zu einem Netzwerk namens „Green Palatina“ zusammengeschlossen. Erklärtes Ziel: Energie, Kohlendioxid (CO2) und damit letztendlich Kosten einsparen.

„So kamen wir schließlich zu 2G Energy im Münsterland, die für uns das passende Blockheizkraftwerk als Container hatten – und damit für unser Problem die optimale Lösung“, schildert Wessel. Wenn alles so klappt wie geplant, wird das Unternehmen durch das eigene Kraftwerk mit einer Leistung von 800 Kilowatt den größten Teil des benötigten Stroms zukünftig selbst erzeugen und deutlich weniger Kohlendioxid ausstoßen als bisher.

In der Produktion: Auf der Anlage, die Jörg Flatter und seine Kollegen betreuen, entsteht eine zweiwellige Wellpappe. Bild: Scheffler

Das freut nicht nur die Umwelt, sondern auch die Mitarbeiter. Dazu gehört zum Beispiel Maschinenführer Jörg Flatter. Er begrüßt die Neuanschaffungen: „Investitionen sichern unsere Arbeitsplätze und erleichtern oft auch die tägliche Arbeit, wie jetzt bei der neuen einseitigen Wellpappen-Maschine.“

Blockheizkraftwerk bei Sausenheimer Wellpappe – Ein Artikel von Maja Becker-Mohr


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