Der Packmitteltechnologe ist Beruf der Woche bei ZEIT Online

ZEIT Online stellte den Beruf Packmitteltechnologe am 13.05.2014 als Beruf der Woche vor. Der Autor beschreibt den vielseitigen Arbeitsalltag und zeigt welche Karriere man mit einer erfolgreichen Ausbildung einschlagen kann.Hier folgt der Artikel, wie er auf ZEIT Online erschienen ist, einzig wurden Links ergänzt, die auf weiterführende Inhalte verweisen.

Gut verpackt ist halb verkauft

Nicht nur auf den Inhalt kommt es an: Ob Lebensmittel oder Handy, Packmitteltechnologen entwickeln Verpackungen, die schön und praktisch sind, zeigt der Beruf der Woche. VON MARKUS SCHLEUFE

Ganz gleich ob Smartphone oder Filterkaffee: Kaum ein Produkt kommt ohne die geeignete Verpackung in den Einzelhandel. Und die perfekte Verpackung entwickeln sogenannte Packmitteltechnologen. „Verpackungen müssen ansprechend gestaltet sein, informieren, einen Wiedererkennungswert schaffen und zugleich das Produkt schützen“, sagt Martin Betz. Er ist Packmitteltechnologe und arbeitet als Referent für Berufsbildung beim Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V.

Ästhetik und Werbung – das kann ein ziemlicher Spagat bei der Erfindung der richtigen Verpackung sein. Zudem müssen die Vorgaben des Kunden, etwa Kosten und ökologische Aspekte, berücksichtigt werden. Am Computer erstellen die Techniker die Konturen für die Stanzformen, stellen maschinell oder von Hand Muster her und prüfen diese, bevor die endgültigen Muster mit dem Kunden abgesprochen werden. In der Packmittelfertigung planen sie den Materialbedarf und überlegen, wie die Produktionsprozesse aussehen. Sie rüsten die Fertigungsanlagen und stellen die nötigen Kontrollsystem dafür ein. Außerdem überwachen sie die Herstellung.

„Je nach Unternehmen und dem zu verpackenden Produkt unterscheiden sich Verpackungen sehr voneinander, entsprechend variieren auch die Tätigkeiten und einzelnen Arbeitsschritte“, sagt Betz. So ist die Herangehensweise an die Entwicklung einer Kunststoffverpackung für ein Lebensmittel eine ganz andere als für die Verpackung aus Wellpappe für ein technisches Gerät.

Unabhängig davon, welche Art der Verpackung entworfen und produziert wird: Teamfähigkeit, manuelles Geschick und eine hohe Konzentrations- und Beobachtungsgabe sind wichtige Eigenschaften für Packmitteltechnologen. Außerdem braucht man technisches und mathematisches Verständnis, zeichnerisches Talent und räumliches Vorstellungsvermögen. Auch Präzision und Zuverlässigkeit sind wichtig. „In der Regel sind Packmitteltechnologen schon von Beginn der Ausbildung an in den Entwicklungs- und Produktionsprozess eingebunden“, sagt Betz.

Der Job ist ein dualer, staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, die Ausbildung dauert drei Jahre. Während der Ausbildung lernen die Azubis alle grundlegenden Fähigkeiten, die für das Entwickeln und Anfertigen von Verpackungen wichtig sind. Welche Materialien sind für welchen Zweck geeignet? Welche Herstellungsverfahren sind sinnvoll? Außerdem erlernen die Azubis den Umgang mit den komplexen Maschinen und Anlagen und wie diese kontrolliert, gewartet und repariert werden. Denn auch Pflege und Instandhaltung der Maschinen sowie das Messen und Prüfen im Rahmen der Qualitätssicherung gehören zum Job.

Nach der Ausbildung kann über Weiterbildungen der Abschluss Industriemeister/in der Fachrichtung Papier- und Kunststoffverarbeitung oder Techniker/in der Fachrichtung Papiertechnik erreicht werden. Wer flexibel ist, hat bundesweit recht passable Jobchancen.

Schattenseiten im Job sind allenfalls Lärm- und Gerüche. Eine Farb- und Lösungsmittelverträglichkeit sollte daher gegeben sein. Auch Schichtarbeit macht den Job weniger attraktiv – in der Regel gibt es für Nacht- und Wochenendarbeit allerdings Zuschläge.

Betz schätzt den Abwechslungsreichtum in seinem Beruf. Immerhin kann man kreativ und handwerklich durchaus anspruchsvoll arbeiten.

Ausbildung: duale, dreijährige Ausbildung;
Arbeitszeit: in der Regel 40 Wochenstunden;
Verdienst: im 1. Ausbildungsjahr 825 €, im 2. Ausbildungsjahr 905 € und im 3. Ausbildungsjahr 970 €. Der Verdienst nach der Ausbildung beginnt bei etwa 2.500 Euro brutto. Zuschläge gibt es zusätzlich für Nacht- und Wochenendarbeit.“

(Mit freundlicher Genehmigung von Markus Schleufe, ZEIT Online. Ursprüngliche Quelle: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-05/beruf-packmitteltechnologe, Die Links wurden nachträglich von Martin Betz ergänzt, aktualisierte Ausbildungsvergütungen, gültig ab 01.12.2014)


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